Matratzenpflege und Lebensdauer von Matratzen

Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass Sie sich nach 8 bis 10 Jahren (je nach Intensität der Abnutzung) nach einem neuen Modell umschauen sollten – denn egal ob Kaltschaum, Latex oder Federkern, jedes Material weist nach diesem Zeitraum gewisse Verschleißerscheinungen auf. Hinzu kommen Schmutz und Schweißrückstände, die sich über die Jahre hinweg in einer Matratze ansammeln. Folglich ergibt sich die Lebensdauer nicht zwingend aus nachlassendem Liegekomfort, sondern weil der Grad der Verschmutzung, der durch die natürlichen Umstände irgendwann erreicht ist, zu hoch wird.

Ein lang anhaltender Liegekomfort hängt von der Qualität der Matratze ab, also Faktoren wie dem Aufbau und dem Raumgewicht. Eine klare Angabe von Jahren ist hier eher nicht möglich, da nicht jeder Mensch jede Nacht 8 Stunden auf seiner heimischen Matratze verbringt, aufgrund des Jobs und anderer Lebensumstände.

Matratze absaugen

Vom Absaugen oder Ausklopfen der Matratze ist grundsätzlich abzuraten, da in beiden Fällen die Qualität des Produkts in Mitleidenschaft gezogen wird. Das Absaugen schadet der Oberflächenstruktur in besonderem Maße, das Ausklopfen, wie man es früher zu tun pflegte, beschädigt den Kern und damit den Liegekomfort.

Matratze lüften

Nachts sammelt sich in Matratzen viel Feuchtigkeit. Um die Bildung von Schimmel zu vermeiden, sollten sie daher in regelmäßigen Abständen vollständig durchtrocknen können. Hierzu lassen Sie gelegentlich die Matratze aufgestellt auslüften. Nicht empfehlenswert dagegen ist es, die Matratze in die pralle Sonne oder nah an eine Heizung zu stellen, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen. So besteht die Gefahr, dass das Material dauerhaft Schaden nimmt.

Im täglichen Gebrauch sollte eine ausreichende Luftzirkulation und der regelmäßige Feuchtigkeitsausgleich gewährleistet werden. Dies ist bei einem Bett mit Lattenrost der Fall. Bei einem Bettkastenstystem ohne spezielle Belüftungsvorrichtung sollten Sie lieber keine Schaum- oder Latexmatratze nutzen, da diese nur sehr langsam trocknen. Hier entscheiden Sie sich besser für eine Federkernmatratze, die aufgrund Ihres Aufbaus gründlicher durchlüftet wird. Um die eingeschränkte Luftzirkulation auszugleichen, sollten beim Bettkasten die Schubladen regelmäßig herausgenommen werden.

Matratze wenden

Das Drehen und Wenden einer Matratze sorgt für eine regelmäßige und hygienisch empfehlenswerte Belüftung – gegen Gerüche, Feuchtigkeit (Schimmelbefall, Schimmelsporen) und Milbenbefall. Hierbei sollten Sie die Matratze nicht nur von oben nach unten wenden, sondern auch die Kopf- mit der Fußseite tauschen. Da fast alle Modelle mit Liegezonen symmetrisch geschnitten sind, ist dies meist problemlos möglich. Allerdings sollten Sie sich beim Kauf von einem Experten diesbezüglich beraten lassen, denn Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: In manchen Fällen sind die Zonen von unterschiedlicher Härte und sollten daher nicht getauscht werden. Sprich: eine Schulterzone ist eine Schulterzone und sonst nichts.

Matratzenbezug waschen

In der Nacht verliert der Mensch bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit, zum großen Teil durch abgesonderten Schweiß. Das eigentliche Verschmutzungsproblem ist dabei nicht die Flüssigkeit selbst, sondern die salzigen Rückstände, die der Schweiß in der Matratze, bzw. dem Bezug hinterlässt. Waschbare Bezüge sollten Sie daher alle 3 Monate abnehmen und waschen. Die meisten Modelle lassen sich bei bis zu 60°C in der Maschine reinigen. Dafür sind übrigens keine zusätzlichen Chemikalien notwendig. Anschließend sollten die Bezüge flach über den Wäscheständer gehängt werden – so bleibt die Form erhalten und eine hohe Langlebigkeit des Materials garantiert.

Tipps zur Fleckenentfernung

Bei den meisten Flecken gilt: je schneller sie behandelt werden, desto leichter lassen sie sich entfernen. Hierzu können Sie auch bei Matratzen auf eine Reihe bewährter Hausmittel zurückgreifen, die in jedem Haushalt zu finden sind.

Generell empfiehlt sich die Verwendung eines Schutzbezugs. Flüssigkeiten und Schmutz können so Ihrer Matratze nichts anhaben und Sie bleiben von einer aufwendigen Reinigung der Matratze verschont.

Blutflecken

Frische Blutflecken sollten schnell mit Wasser und einem Feinwaschmittel behandelt werden. Bei eingetrockneten Flecken empfiehlt es sich, etwas Speisestärke und Backpulver zusammen mit ein wenig Wasser in das Material einzureiben und für ca. 30 Min einwirken zu lassen. Anschließend mit kaltem Wasser entfernen und die Stelle noch einmal desinfizieren. Gründlich trocknen lassen. Nun kann die Matratze wieder neu bezogen werden.

Urinflecken

Zur Behandlung von Urinflecken die betroffene Stelle mit Zitronensaft und Essig benetzen und eintrocknen lassen – danach ausbürsten. Die mehrfache Nachbehandlung mit einem Waschmittel ist empfehlenswert, da durch die Säure im Urin meist ein farblich veränderter Rand zurückbleibt. Zusätzlich sollte die Stelle noch einmal desinfiziert werden.

Sonstige Flecken

Rotwein: Ein bewährtes Hausmittel gegen frische Rotweinflecken ist Salz. Die betroffene Stelle großzügig mit Salz bedecken und einwirken zu lassen, anschließend abbürsten. Vorsicht – nicht zu lange warten, denn sonst bleicht die angegriffene Stelle aus. Eine alternative Methode ist, den Fleck mit Sprudelwasser zu benetzen, einwirken und trocknen zu lassen. Die Kohlensäure bewirkt, dass sich die Farbmoleküle aus dem Material lösen.

Schwarzer Kaffee: Auch bei Kaffeeflecken hilft kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Alternativ können Sie aber auch lauwarmes Wasser verwenden – einfach einwirken lassen und abtupfen.

Als Universalreiniger für Ihre Matratzen können Sie zudem Teppichschaum verwenden. Sollten die Flecken hartnäckiger sein, dann helfen spezielle Fleckenentferner, die im (Online-)Fachhandel erhältlich sind.