Sind Testberichte eine echte Hilfe bei der Matratzenwahl?

Der Kauf einer neuen Matratze, eines Lattenrostes oder des perfekten Kopfkissens stellt so manche Herausforderung dar. Es gilt Entscheidungen zu treffen über Größe und Preis, ob es eine Kaltschaum-, Latex-, Gel– oder doch eine Federkernmatratze sein soll. Welcher Härtegrad ist der richtige, benötigt man 7-Zonen, 5-Zonen oder vielleicht gar keine Zone?

Eine sinnvolle Entscheidungshilfe sollen dabei diverse Produkttestseiten bieten, die sich eingehend dem Test von Matratzen, Kissen oder Lattenrosten widmen.

Da sich online eine große Vielfalt von verschiedenen Testseiten tummelt, ist für den Verbraucher guter Rat teuer. Was wird genau getestet und welche Testverfahren sind vertrauenswürdig? Wird tatsächlich jede Marke unter die strenge Lupe genommen oder werden nur bestimmte Produkte ausgewählter Hersteller getestet? Leider gewährt nicht jede Seite detaillierten Aufschluss über die Testkriterien, anhand derer Matratzen, Lattenroste und Co. bewertet werden – und dadurch dem Verbraucher weiter empfohlen werden.
Sollte man nur getestete Matratzen kaufen?

Nein, nicht getestete Matratzen können genauso gut, besser oder schlechter sein als die getesteten Modelle. Das Lesen von Kundenmeinungen kann durchaus ein Indikator zum Finden einer qualitativ hochwertigen Matratze sein. Hierbei ist jedoch zu beachten: Jeder Kunde hat andere Anforderungen an seine Matratze und damit natürlich eine ganz eigene Meinung.

Grundsätzlich nutzt Ihnen der Kauf einer positiv getesteten Matratzen nur dann, wenn diese in all ihren Eigenschaften zu Ihren individuellen Schlafgewohnheiten und Bedürfnissen passt. Auch die eigene Figur, die Größe und das Gewicht spielen bei der Wahl der richtigen Matratze eine große Rolle. Leiden Sie zusätzlich unter gesundheitlichen Beschwerden, starkem Schwitzen oder Allergien, sollten Sie diese unbedingt berücksichtigen.

Unser Expertentipp:

Kaufen Sie keine Matratze, nur weil sie Testsieger ist. Informieren Sie sich in unserem Matratzenberater umfangreich darüber, welche Ihrer Bedürfnisse und Vorlieben Auswirkungen auf die Wahl Ihrer perfekten Matratze haben und welche Eigenschaften und Qualitäten Ihre Matratzen aufweisen sollte. Auf Basis dieser Informationen können Sie dann eine Auswahl geeigneter Matratzen treffen und in zweiter Instanz prüfen, ob diese positiv getestet wurden.
So findet die Stiftung Warentest ihren Matratzen-Testsieger

Da die Stiftung Warentest über ihre Testkriterien recht ausführlich informiert, also auf Transparenz setzt, stellen wir Ihnen hier die von der Stiftung Warentest angewandten Testpraktiken vor.

Aufgrund der großen Auswahl an verschiedenen Matratzen und Herstellern, muss die Stiftung Warentest einzelne Produkte auswählen. Um eine faire Vergleichbarkeit zu gewährleisten, untersuchen die Matratzentester in der Regel die Standardgröße 90×200 cm. Die Matratzen befinden sich zu diesem Zweck auf einer starren Unterlage, der Testzeitraum erstreckt sich über einige Monate.

Für reale Testbedingungen sorgen menschliche „Versuchsobjekte“, sogenannte Dummies sucht man hier vergeblich. Die Probanden werden nach Figur, Größe und Gewicht ausgesucht und sollten möglichst ein breites Feld abdecken.

  • Kleine, leichtgewichtige Frau
  • Kleine, birnenförmige Frau
  • Großer, schwergewichtiger Mann
  • Großer, schrankförmiger Mann

Geprüft werden: Liege-Eigenschaften, Schlafklima, Haltbarkeit, Bezug, Gesundheit, Umwelt, Handhabung sowie die Übereinstimmung zwischen Testergebnissen und den werblichen Angaben der Hersteller.

Bezüglich der Liege-Eigenschaften untersucht die Stiftung Warentest die Abstützfähigkeiten in Rücken- und Seitenlage, den Lageänderungswiderstand, die Druckverteilung und einige weitere Faktoren.

Um die Haltbarkeit festzustellen, werden technische Hilfsmittel wie z.B. ein Dauerwalzversuch herangezogen, um daraus die Stabilität unter Dauerbelastung abzuleiten. Hinsichtlich Gesundheit und Umwelt entnehmen die Tester einer ursprünglich verpackten Matratze flüchtige, organische Stoffe – dieser Vorgang findet 24 Stunden nach dem Auspacken und erneut nach 28 Tagen statt. Auch eine eventuelle Geruchsbelästigung und die Schadstoffe der Bezüge sowie des Kerns stehen auf dem Prüfstand.

Beim Bezug wird die Waschbarkeit untersucht, bspw. ob dieser beim empfohlenen Waschgang einläuft. Zusätzlich wird die Verarbeitung des Bezuges berücksichtigt.

Genauere Details entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Test der Stiftung Warentest.

Zu beachten gilt, dass das Testergebnis immer nur für die getestete Größe und den entsprechenden Härtegrad gilt. D.h. für die gleiche Matratze in einer anderen Größe oder einem anderen Härtegrad sind diese Testergebnisse nicht 1 zu 1 anwendbar.