Schlafapnoe – Wenn im Schlaf die Atmung aussetzt

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Sie werden immer wieder darauf aufmerksam gemacht, Nacht für Nacht laut zu schnarchen? Sie sind tagsüber oft erschöpft, schläfrig oder nicken sogar regelmäßig ein? Unter Umständen könnten Sie an Schlafapnoe leiden – eine schlafbezogene Atemwegsstörung, die nicht unterschätzt werden sollte. Welche Ursachen hat Schlafapnoe? Wie sehen die Symptome aus und welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Wir bringen Sie auf den aktuellen Stand der Forschung.

Schlafapnoe – gefährliche Atemaussetzer im Schlaf

Atempausen während der Einschlafphase und im Laufe der Nacht sind fester Bestandteil eines gesunden Schlafes. Manchmal jedoch treten Atemaussetzer öfter auf. Eine Schlafapnoe kann vorliegen, wenn die Atemaussetzer im Schlaf mindestens zehn Sekunden andauern und häufiger als fünfmal pro Stunde auftreten. Diese Form der Atemunterbrechung verhindert einen gesunden und erholsamen Schlaf, denn der Sauerstoffgehalt im Körper sinkt und zu viel Kohlendioxid wird angereichert. Auf dieses Missverhältnis, welches in der Fachsprache als Hyperkapie bezeichnet wird, reagiert der Körper mit impulsartigen Weckaktionen in Form hektischen Schnappens nach Luft. Selbst wenn der Betroffene davon nichts mitbekommt, ist der Schlaf erheblich gestört. Tagsüber führen diese nächtlichen Störungen zu erhöhter Müdigkeit und Konzentrationsschwächen. Aber auch Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfälle können von einer Schlafapnoe verursacht werden. Daher sollten Sie häufige Schlafstörungen nicht unterschätzen.

Schnarchen = Schlafapnoe?
Schnarchen als Hinweis auf Schlafapnoe (Bild: Paolese@fotolia.de)

Welche Ursachen hat Schlafapnoe?

Die häufigste Ursache von Schlafapnoe ist eine Verengung der Atemwege, d.h. die Muskulatur rund um die Atemwege ist nicht kräftig genug, um den Atemrhythmus im Schlaf aufrechtzuerhalten. Übergewicht bspw. kann zu solch einer Schwächung der Muskulatur führen; manchmal sind andere genetische Faktoren dafür verantwortlich, wie in etwa eine vergrößerte Zunge, große Mandeln oder ein zurückliegender Kiefer. In seltenen Fällen findet sich die Ursache der Schlafapnoe im Gehirn selbst. Dann wird die Atemmuskulatur erst gar nicht aktiv und es kommt erst zu einer Reaktion des Körpers, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut unter einen kritischen Wert sinkt. Schlaganfallpatienten sind immer wieder betroffen von dieser sogenannten zentralen Schlafapnoe.

Langfristige Folgen von Schlafapnoe nicht unterschätzen

Der latente Stresszustand, in welchem sich der Körper während des Schlafes aufgrund regelmäßigen Sauerstoffmangels befindet, kann schwere Folgen haben. Das autonome Nervensystem befindet sich in einem dauerhaften Alarmzustand, so dass der Blutdruck steigt und sich permanent in einem ungesunden Rahmen aufhält. Dies kann im Körper eine Kettenreaktion auslösen, denn Bluthochdruck kann zu Herzschwäche, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Um eine Schlafapnoe zu diagnostizieren, werden mit Hilfe von Messgeräten die nächtliche Atembewegung und die Sauerstoffsättigung des Blutes gemessen. Wenn sich der Verdacht auf eine Schlafapnoe verhärtet, wird eine weitere Untersuchung im Schlaflabor zur Diagnostik empfohlen. Auch sinnvoll ist die Abklärung möglicher physischer Ursachen durch einen HNO-Arzt, durch Kieferchirurgie und die Neurologie.

Maßnahmen und Therapiemöglichkeiten bei Schlafapnoe

Schon leichte Veränderungen im Alltag helfen dabei, die Anzahl der Atemaussetzer maßgeblich zu verringern – so können schon der Abbau von Übergewicht und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin, vor allem unmittelbar vor dem Schlaf, eine erhebliche Verbesserung bringen. Je nach Stärke der Schlafapnoe empfiehlt sich unter Umständen die Therapie mit einer Atemmaske – das sieht zwar ein bisschen unheimlich aus, ist aber äußerst effektiv.

Schlafapnoe Therapie
Schlafapnoe Therapie (Bild: sbw19@fotolia.de)

Die Atemmaske wird über Mund und Nase gezogen und ist mit einem Gerät verbunden, welches durch leichten Überdruck Raumluft in die Nase und in den Mund bläst und dadurch das zusammenfallen der Atemwege verhindert. Diese Masken sind individuell auf den Patienten zugeschnitten und Betroffene gewöhnen sich schnell daran. Sie fühlen sich schon nach kurzer Nutzung der Maske beim Erwachen ausgeruht und erholt.

Schlafapnoe ernst nehmen

Nicht jedes nächtliche Schnarchen wird durch Schlafapnoe verursacht. Manchmal kommt das Schnarchen auch nur von der entspannten Atemmuskulatur, die vom Luftstrom zum Schwingen gebracht wird und im Rachenraum Resonanz erfährt. Das Risiko einer Schlafapnoe sollte dennoch abgeklärt werden. Nehmen Sie die Kritik Ihres Partners im Hinblick auf Ihr Schnarchverhalten ernst und lassen sie mögliche Ursachen von einem Facharzt abklären. Ein gesunder und erholsamer Schlaf ist das A und O für einen guten Start in den Tag und ein langes und gesundes Leben.

 

(Titelbild: sbw19@fotolia.de)

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